“Don’t cry for Me Argentina…” – fast jeder kennt diesen Song von Convington, der später auch von Madonna gecovert wurde. Und wohl jeder, der bereits einmal in Argentinien war, lässt ein Stück seines Herzens dort. Aufgrund seiner großen Nord-Süd-Ausdehnung zeichnet sich das lateinamerikanische Land durch eine enorme Vielfalt an Klima- und Vegetationszonen aus. Während der äußerste Norden sich an der Grenze zu den Tropen befindet, weist der Süden ein beinahe subpolares Klima auf. Dazwischen: Steppen- und wüstenhafte Hochebenen, subtropische Nebel- und Regenwälder, trockene Ebenen mit einer ausgeprägten Regenzeit, Sümpfe und Graslandschaften – und noch viele weitere Klima- und Vegetationszonen.

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Landwirtschaft in Argentinien

Insbesondere die Region „Pampa“, die das landwirtschaftliche Herzstück Argentiniens bildet, ist bei Natur- und Kulturliebhabern populär. Hier gibt es echte „Gauchos“, die ursprünglichen Hirten Argentiniens, die dem Namen nach die „reitenden Söhne der Republik“ sind. Sie sind nicht nur für ihre ursprüngliche Lebensweise und ihren bescheidenen Lebensstil bekannt, sondern auch für ihre außergewöhnlichen Reitkenntnisse. Wer Lateinamerika mit seiner einzigartigen Gauchokultur hautnah erleben will, ist auf einer argentinischen Farm an der richtigen Adresse: „Horsemanship“ auf einer richtigen argentinischen Ranch, Reiten mit echten Gauchos durch die „Pampa“, Wanderreiten und rasante Galoppe in unberührten Steppenlandschaften, entlang idyllischer Süßwasserseen, Flusstäler und Wälder, Nachtreiten, Schwimmen mit dem Pferd – all das und noch viel mehr kann dir ein Rancherlebnis in Argentinien bieten. Bist du auch noch dazu bereit, dir die Ärmel hochzukrempeln, kräftig mit anzupacken und möchtest du Erfahrungen fürs Leben sammeln, so ist ein Job auf einer solchen Ranch genau die richtige Wahl für dich.

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Was bedeutet Rancharbeit in Argentinien?

Landwirtschaft ist ein wichtiges Standbein der argentinischen Wirtschaft – denn die stützt sich in erster Linie auf Fleischwirtschaft. Viele der Farmer Argentiniens bieten als Nebenverdienst zusätzlich auch „Agrotourismus“ an. Ihr Ziel ist es, Touristen einen authentischen Einblick in das Leben auf einer argentinischen Ranch zu ermöglichen – und sich selbst damit etwas dazu zu verdienen. Auf einer Ranch in Argentinien gibt es also jede Menge zu erleben – nicht nur als Tourist, sondern auch als freiwilliger Mitarbeiter. Denn gerade auf touristischen Ranches sind immer zusätzliche Hände gefragt.

Wenn du dich für einen Aufenthalt auf einer argentinischen Ranch, Farm oder einem Landgut (in Landessprache „estancias“ genannt) entscheidest, lernst du nicht nur die spannende Kultur, die herzlichen Einwohner und die faszinierende Natur kennen, sondern verbesserst oder lernst eine der meistgesprochenen Sprachen der Welt: Spanisch. Je nachdem, was für eine Ranch du auswählst – und welche Art von Aufenthalt du wählst – kannst du unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Es gibt viele verschiedene Arten von Ranches – darunter Pferderanches, Pferdeclubs, Polofarmen, Rinderranches, Getreideranches, Estancias (Weidewirtschaft mit Rindern, Schafen oder Milchkühen), Weingüter, Einrichtungen für therapeutisches Reiten und Mischfarmen. Grundsätzlich funktioniert das Prinzip folgendermaßen: Du verbringst eine bestimmte Zeit auf der Ranch, übernimmst dort einige Aufgaben und erhältst dafür Kost und Logis. Je nachdem, was für ein Programm du wählst oder was für einen Ranchjob du dir selbst organisierst – musst du also damit rechnen, dass du dort nicht (nur) Urlaub machst. Stattdessen bist du ein echtes Mitglied auf der Ranch. Das heißt: Du krempelst dir die Ärmel hoch, du machst dir die Finger schmutzig und du packst ordentlich mit an. Im Gegenzug hast du die einzigartige Gelegenheit, in die argentinische Kultur einzutauchen und die beeindruckende Natur bei der Arbeit und in deiner freien Zeit richtig kennenzulernen.

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Aufgaben auf einer Ranch in Argentinien

Das Aufgabengebiet für Helfer auf argentinischen Farmen bzw. Ranches ist sehr breit gefächert. In der Regel erwarten dich jeden Tag neue Aufgaben. Diese hängen jedoch auch ganz stark davon ab, was für eine Ranch oder Farm du auswählst. Je nach Art und Größe der Ranch – aber auch in Abhängigkeit von deinen Vorkenntnissen – können die Aufgaben also ganz unterschiedlich sein.

Neben landwirtschaftlicher Arbeit und der Arbeit mit Pferden haben viele Ranches in Argentinien auch kleine Hotelbetriebe für Gäste aus dem In- und Ausland („Agrotourismus“). Als Ranchhelfer kannst du daher auch im touristischen Bereich eingesetzt werden, wenn dort Bedarf ist. Oft hast du also nicht nur sehr viel mit Tieren, sondern auch mit Menschen zu tun. Die Arbeitszeiten hängen unter anderem davon ab, wie viel zu tun ist. Oftmals wird man insbesondere morgens und abends eingesetzt, zum Beispiel zur Herdenhaltung und zur Fütterung der Tiere.

Typische Aufgaben auf einer argentinischen Ranch

  • Pflege der Tiere, insbesondere der Pferde, aber auch Rinder, Kühe, Schafe etc.
  • Zusammentreiben von Rinderherben
  • Ställe ausmisten
  • Mithilfe im Haushalt
  • einfache handwerkliche Tätigkeiten (z. B. Reparaturen)
  • Gartenarbeit

Bei touristisch ausgerichteten Ranches

  • Arbeiten an der Rezeption
  • Betreuung der Gäste
  • Mithilfe in der Küche und im Service
  • Mithilfe bei der Organisation von Outdoor-Aktivitäten für die Gäste, zum Beispiel Wanderungen, Ausritte etc.
  • ggf. Ausrichten von Polo-Turnieren

Zwei Besonderheiten

Arbeiten auf einer Polofarm: Polo hat in Argentinien eine sehr alte Tradition. Heute ist der Polosport für Argentinien ein wichtiges Standbein im Tourismus. Polo-Interessierte kommen nicht nur aus Argentinien selbst, sondern aus aller Welt. Wenn du einer Polofarm arbeitest, liegen deine Aufgaben neben der Pflege der Pferde auch in der Betreuung der Gäste. Bei Gästen auf einer Polofarm handelt es sich in der Regel um eine gehobene Klientel.

Übrigens: Polofarmen liegen häufig in der Nähe größerer Städte.

Arbeiten auf einer Ranch, die therapeutisches Reiten anbietet: In Argentinien gibt es Pferderanches, die „therapeutisches Reiten“ ermöglichen. Du arbeitest hier mit Kindern und Jugendlichen, die körperlich oder geistig eingeschränkt sind. Dort hast du die Möglichkeit, zusätzlich zu der Arbeit mit Pferden aktiv bei den Therapiestunden mitzuhelfen.

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Kann ich auf der Ranch Geld verdienen?

Ob du bei deiner Arbeit auf einer Ranch in Argentinien Geld verdienen kannst, hängt von mehreren Faktoren ab. Wenn du an einem organisierten Programm teilnimmst, kannst du in der Regel kein Geld verdienen. Stattdessen musst du sogar etwas Geld bezahlen, da du den Service der Organisation bzw. Agentur in Anspruch nimmst. Dafür zahlst du aber nichts für Unterkunft und Verpflegung, da du ja auf der Ranch mithilfst. Dass du hier nicht bezahlt wirst, liegt aber auch daran, dass du als Tourist in Argentinien kein Geld verdienen darfst.

Wenn du einen bezahlten Job auf einer Ranch oder Farm haben möchtest, dann benötigst du ein Arbeitsvisum. Allerdings solltest du dich vorher informieren, ob sich das tatsächlich lohnt, denn in der Regel fallen die Löhne in Argentinien recht niedrig aus. Der Hauptgrund dafür ist, dass viele einheimische Landarbeiter für einen geringen Lohn auf dem argentinischen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Auch wenn ein Ranch- oder Farmstay in Argentinien kostenpflichtig ist, erlaubt er es dir, eine intensive und verhältnismäßig günstige Zeit in Argentinien zu verbringen. Viele Agenturen bieten preisgünstige Gesamtpakete an, bei denen du auch weitere Leistungen, wie Sprachkurse und Exkursionen, in Anspruch nehmen kannst. Bei einem Farm- bzw. Ranchstay in Argentinien geht es also in erster Linie um das Erlebnis – und nicht darum, viel Geld zu verdienen.

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Warum sollte ich Rancharbeit in Argentinien machen?

Wer sich für einen Job auf einer argentinischen Farm bzw. Ranch entscheidet, lernt die aufregende Kultur, die herzliche Mentalität der Einwohner und die atemberaubende Natur kennen – nicht als Tourist, sondern als Ranchmitglied – also aus nächster Nähe. Außerdem verbessert oder lernt man eine der wichtigsten Sprachen der Welt: Spanisch. Solltest du Pferde lieben, ist ein Ranchjob außerdem eine tolle Möglichkeit, jede Menge Zeit dem Pferderücken zu verbringen – und von dort aus die atemberaubende Natur und scheinbar unendliche Weite des Landes zu bestaunen – zum Beispiel bei einem Ausritt mit Picknick während des Sonnenuntergangs. Bei einem Ranchstay erfährst du darüber hinaus viel über die Gauchokultur – und zwar auch Dinge, die dir als „normaler“ Tourist verwehrt bleiben. Eines sollte dir jedoch klar sein: Da du kein „normaler“ Tourist bist, hast du natürlich einige Pflichten. Du musst dich in den Alltag auf der Farm integrieren und bei allen anfallenden Aufgaben mithelfen – auch wenn du vielleicht mal keine Lust hast. Doch du kannst dir sicher sein, dass du hier eine tolle Zeit haben wirst und richtige Lebenserfahrung sammelst. Insbesondere wenn du an einem organisierten Programm teilnimmst, hast du in der Regel genug Freiheit, um in deiner Freizeit das Land zu erkunden. Oft werden sogar Ausflüge zu Sehenswürdigkeiten in der Nähe angeboten, sodass du jede Menge Möglichkeiten hast, das Land intensiv zu erkunden.

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Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?

Persönliche Voraussetzungen

  • Durchhaltevermögen
  • Anpassungsfähigkeit
  • Flexibilität
  • Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit
  • Spaß am Umgang mit Tieren

Körperliche Voraussetzungen

  • keine Allergien, die dich bei der Arbeit einschränken (z. B. Tierhaarallergie)
  • körperliche Fitness, denn die Aufgaben sind zum Teil physisch herausfordernd
  • ggf. Reiterfahrung

Sprachkenntnisse

Gute Spanischkenntnisse sind für die Arbeit auf einer Ranch in Argentinien sehr wichtig, denn hier wird nur selten in Englisch kommuniziert. Du solltest also entweder bereits über Spanischkenntnisse verfügen und/oder vor Ort einen Sprachkurs belegen. Viele Organisationen bieten vierwöchige Sprachkurse zur Vorbereitung des Ranch- oder Farmstays an. Solch ein Sprachkurs ist sehr hilfreich für die spätere Arbeit – denn du musst nicht nur mit den anderen Mitarbeitern auf der Farm kommunizieren, sondern häufig auch mit Touristen. Das Schöne daran ist, dass du das Spanisch, was du dir zuvor intensiv in der Theorie aneignest, direkt in der Praxis anwenden kannst. Damit verfestigst du deine Sprachkenntnisse ungemein.

Alter

Bei den meisten Programmen wird ein Mindestalter von 18 Jahren vorausgesetzt.

Allgemeiner Hinweis: Gegebenenfalls können die Voraussetzungen je nach Programm variieren, da sie natürlich auch von den Schwerpunkten der Farm und deinen Aufgaben abhängen. Hier solltest du dich also für die Programme, die für dich in Frage kommen, noch einmal genauer informieren.

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Welches Visum benötige ich?

Wer einen Farm- oder Ranchstay mit einer Organisation oder im Rahmen von Freiwilligenarbeit plant, benötigt lediglich ein Touristenvisum. Deutsche Staatsangehörige dürfen bis zu 90 Tage als Touristen in Argentinien einreisen (und ggf. den Aufenthalt verlängern). Das ist im Grunde die unkomplizierteste Variante. Der einzige Nachteil ist, dass dir das Touristenvisum keine Erwerbstätigkeit ermöglicht – du darfst also mit diesem Visum kein Geld verdienen. Dafür erhältst du jedoch für deine Arbeit freie Kost und Logis.

Um in Argentinien Geld verdienen zu können, benötigst du ein Arbeitsvisum. Denn für Argentinien gibt es kein Working-Holiday-Visum, welches dir Work and Travel erleichtert. Um ein Arbeitsvisum erhalten zu können, musst du jedoch einige Unterlagen aufweisen können. Dazu gehört neben dem Nachweis über finanzielle Mittel auch ein Arbeitsvertrag zwischen dir und einem Arbeitgeber in Argentinien bzw. eine Einreiseerlaubnis deines Arbeitgebers. Im Klartext bedeutet das: Du musst dir deinen Job schon vor Einreise organisieren – und zusätzlich einige Wochen für die Bearbeitung des Visums einplanen.

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Wie komme ich an einen Ranchstay?

In der Regel ist es üblich, einen Ranch- oder Farmstay in Argentinien über eine Agentur/Organisation zu buchen. Aufgrund der Tatsache, dass du für einen bezahlten Job in Argentinien ein recht aufwendiges Arbeitsvisum benötigst, ist diese Variante definitiv unkomplizierter. Zwar zahlst du zwar eine gewisse Summe (ab 500 €) für den Service der Organisation, dafür bist du aber „auf der sicheren Seite“: Du hast einen festen Ansprechpartner, erhältst genaue Informationen zu deinen Tätigkeiten und zu den Rahmenbedingungen sowie Hilfe bei allen organisatorischen Vorbereitungen und natürlich hast du die Möglichkeit, optional weitere Angebote dazu zu buchen. Dazu gehören in der Regel Sprachkurse aber auch Ausflüge in andere Teile Argentiniens. Im Gegensatz zu einem klassischen Urlaub auf einer Farm oder Ranch, ist ein Ranch- oder Farmstay eine sehr günstige Variante, um Argentinien zu bereisen und authentisch kennenzulernen. Außerdem hast du den Vorteil, dass du lediglich ein Touristenvisum benötigst, da du deine Bezahlung in Form von Kost und Logis erhältst.

Möchtest du deinen Ranch- oder Farmstay lieber selbst organisieren und dabei Geld verdienen, solltest du dich rechtzeitig um einen Job vor Ort bemühen und das Arbeitsvisum beantragen. Internetportale wie WWOOF  helfen dir bei der Suche nach einem Arbeitgeber. Die Organisation auf eigene Faust verlangt dir eine hohe Selbstständigkeit ab, aber dafür hast du natürlich mehr Freiheit und ggf. die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Allerdings solltest du dafür unbedingt über gute Spanischkenntnisse verfügen.

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Alternativen zur Rancharbeit in Argentinien

Du hast Lust, Argentinien kennenzulernen, bist aber von Rancharbeit noch nicht überzeugt? Vielleicht kommt eine dieser Alternativen für dich in Frage:

Freiwilligenarbeit

Wenn du Lust hast, dich freiwillig in Argentinien zu engagieren, aber nicht unbedingt auf einer Ranch tätig sein möchtest, ist vielleicht ein anderes Freiwilligenprojekt für dich interessant. Hier gibt es unzählige Projekte, in denen deine Hilfe gefragt ist: von Sportprojekten über Medizin- und Heilberufe und soziale Projekte bis hin zu Umwelt- und Tierschutzprojekten.

>> Alle Infos zum Thema Freiwilligenarbeit

Reiterferien / Urlaub auf einer Ranch

Wenn du den Fokus weniger auf die Mithilfe auf der Ranch legen möchtest, sondern in erster Linie Urlaub machen möchtest, ist ein Urlaub auf einer Ranch oder Farm die bessere Wahl für dich. Hier kannst du die Natur von morgens bis abends genießen – und hast in der Regel keinerlei Verpflichtungen.

>> Ranchurlaub, Reiterferien oder Wellness auf dem Bauernhof? Wir haben alle Infos für dich.

Praktikum in der Landwirtschaft

Solltest du einen Beruf im Bereich der Land- oder Viehwirtschaft anstreben, könnte auch ein Praktikum in diesem Bereich für dich interessant sein.

(Ranch- oder Farmstay mit) Sprachkurs

Wenn du noch kein Spanisch kannst – oder lediglich Grundkenntnisse besitzt – ist ein Sprachkurs definitiv eine gute Empfehlung für dich. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, in denen Rancharbeit möglich ist, ist die Kommunikationssprache hier Spanisch. Gute Spanischkenntnisse sind also wichtig. Aber keine Sorge: Meistens dauern diese intensiven Sprachkurse nur einen Monat – und danach hast du bereits eine richtig gute sprachliche Basis. Du lernst hier nicht nur die Sprache, sondern auch jede Menge Menschen aus aller Welt kennen. Außerdem hast du genug Zeit, dich zu akklimatisieren, bevor es auf eine Ranch geht. Selbstverständlich gibt es auch Sprachkurse ohne anschließende Ranchaufenthalte.

Weitere Auslandszeiten mit Pferden

Wenn in den oben genannten Optionen noch nicht das Passende dabei war, findest du bei uns eine Übersicht über andere mögliche Auslandsaufenthalte mit Pferden.

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